Hochwasser

Die Mainhochwasser entstehen überwiegend als Folge winterlicher, lang anhaltender Niederschläge, die oft noch mit Schneeschmelzen verbunden sind.
Bei der Entstehung von Hochwasser im Main und dem Ablauf von Hochwasserwellen sind die einzelnen Teileinzugsgebiete Oberer Main, Regnitz und Unterer Main differenziert zu betrachten.
Oberer Main
Weißer und Roter Main entspringen in den tief eingeschnittenen, steilen Tälern der Mittelgebirge. Nach dem Zusammenfluss des Weißen und Roten Mains oberhalb Mainleus münden bei Lichtenfels die Rodach aus dem Frankenwald und vor Bamberg die Itz aus dem Thüringer Wald ein. Das Einzugsgebiet des Oberen Mains beträgt rund 3.820 Quadratkilomter.
Hochwasser folgen unmittelbar dem ursächlichen Wettergeschehen und haben kurze Konzentrationszeiten. Die Flüsse schwellen sehr rasch an und erreichen steile, kurz anhaltende Wellenscheitel. Der zum Schutz von Coburg künstlich angelegte Froschgrundsee bei Schönstädt puffert Hochwasserwellen ab.
Regnitz
Der größte Nebenfluss mündet bei Bamberg (Mainkilometer 384) in den Main. Mit 7.536 Quadratkilometer ist sein Einzugsgebiet fast doppelt so groß wie das des Oberen Mains. Die breiten Talräume der Regnitz bewirken eine Dämpfung und Verzögerung der Hochwasserwellen im Regnitzgebiet.
Insgesamt beträgt das Einzugsgebiet des Mains jetzt bereits über 40 Prozent seiner Gesamtgröße. Das Zusammentreffen von Hochwasser aus den Einzugsgebieten Oberer Main und Regnitz beeinflussen entscheidend die Hochwasserentwicklung im Main.
Unterer Main
Das Einzugsgebiet des Unteren Mains beträgt rund 8.378 Quadratkilometer. Unterhalb der Regnitzmündung bis zur Mündung der Fränkischen Saale tragen nur wenige kleinere Seitengewässer zum Abfluss bei. Im mittleren Mainabschnitt bewirken vorhandene Retentionsflächen meist eine Abflachung der Hochwasserscheitel.
Bei Gemünden (Mainkilometer 211) mündet die Fränkische Saale ein. Sie entspringt in den Höhenlagen der Rhön und kann wie die weiteren Zuflüsse - die Tauber bei Wertheim und die kleineren Flüsse aus Spessart und Odenwald - erhebliche Winterhochwasser führen. Es bilden sich Zuflusswellen, die meist als so genannte „Vorwellen“ der Haupthochwasserwelle des Mains vorauslaufen.
Seitengewässer des Mains und Entwicklung des Main-Einzugsgebietes (kleinere Einzugsgebietsanteile zwischen den genannten Einmündungen sind nicht genannt)
| Fluss | Einmündung bei Mainkilometer | Länge | Größe Teileinzugsgebiet | Main-Einzugsgebiet nach Einmündung | |
| (km) | (km2) | (km2) | (%) | ||
| Weißer und Roter Main | 464,000 | 63,0 | 1155,77 | 1155,77 | 4,25 |
| Rodach | 440,100 | 47,7 | 1011,17 | 2413,23 | 8,87 |
| Itz | 395,600 | 65,1 | 1008,85 | 3774,64 | 13,87 |
| Baunach | 394,200 | 53,9 | 426,23 | 4216,55 | 15,50 |
| Regnitz | 384,200 | 162,1 | 7523,34 | 11938,89 | 43,88 |
| Wern | 216,000 | 63,5 | 601,69 | 14989,36 | 55,09 |
| Fränkische Saale | 211,000 | 124,7 | 2764,82 | 17765,69 | 65,30 |
| Tauber | 156,550 | 114,0 | 1809,54 | 20583,16 | 75,65 |
| Erf | 125,925 | 36,7 | 255,84 | 21079,02 | 77,47 |
| Mud | 123,275 | 23,8 | 402,05 | 21487,90 | 78,98 |
| Mömling | 105,700 | 43,3 | 377,35 | 22006,10 | 80,88 |
| Elsava | 105,100 | 24,7 | 156,53 | 22168,49 | 81,48 |
| Aschaff | 83,150 | 21,3 | 167,88 | 22552,33 | 82,89 |
| Gersprenz | 77,125 | 58,8 | 512,98 | 23083,86 | 84,84 |
| Kahl | 66,760 | 32,4 | 198,35 | 23350,79 | 85,52 |