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Was tun bei Hochwasser?
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Teilgebiet Regnitz

Teilgebiet Regnitz

Das Teilgebiet Regnitz ist Teil des südöstlichen Einzugsgebietes des Mains und bildet mit den Teilgebieten Oberer Main und Unterer Main den bayerischen Anteil am Flussgebiet Rhein. Die Größe des Teilgebietes Regnitz beträgt ca. 7.536 Quadratkilometer.

Landschaft, Landnutzung
Das Regnitzgebiet ist der östlichste Teil der Süddeutschen Stufenlandschaft. Sein Relief wird maßgebend durch die beiden Schichtstufen des Keupers und des Fränkischen Juras bestimmt: Rund 40 Prozent des Flussgebietes sind mit Wald bedeckt. Damit liegt der Waldanteil deutlich über dem Landesdurchschnitt. Große zusammenhängende Waldgebiete mit hohem Kiefernanteil sind der Nürnberger Reichswald östlich von Rednitz und Regnitz, der Veldensteiner Forst auf der nördlichen Frankenalb und der Steigerwald im Westen. Den weichen Talformen im Keuper stehen schroffe Taleinschnitte im Jura gegenüber.

Etwa 50 Prozent des Gebietes werden landwirtschaftlich genutzt. Ackerlagen sind vor allem die Keuper- und Albhochflächen. Der Grünlandanteil von 8 Prozent konzentriert sich auf die Flussauen. Wegen der Niederschlagsarmut hat die Wiesenbewässerung hier eine lange Tradition. In den Tälern von Regnitz, Rednitz, Schwäbischer Rezat und Roth hat sie sich bis heute erhalten. Darüber hinaus prägen regionale Schwerpunkte für Obstbau, Weinbau, Hopfenanbau, Gemüsebau und Teichwirtschaft das Regnitzgebiet.

Geologie
Das Kernstück des Regnitzgebietes stellt das mittelfränkische Becken dar. Es erstreckt sich asymmetrisch beiderseits des Rednitz-/Regnitztales bis nach Bamberg hin. Mit den Keuperplatten der mittleren Aurach, Zenn und Bibert, dem Aischgrund und Steigerwald dehnt es sich hauptsächlich nach Westen und Nordwesten aus. Östlich der Rednitz-Regnitz-Gewässerachse bis zu den Vorländern der mittleren und nördlichen Alb nehmen das Nürnberger und das Rother Becken noch größere Räume ein.

Der Jura im Osten und Nordosten des Teilgebietes gliedert sich in die drei Gesteinsformationen Lias, Dogger und Malm. Letzterer liegt als geschichteter oder massiger Kalk und als Dolomit vor.

Die Täler und Urtalrinnen sind mit Sandablagerungen aus der Zeit des Quartär (vor 1,5 Millionen Jahren) gefüllt, die an den Talrändern oft ausgedehnte Terrassen bilden. Im Vorland der Fränkischen Alb bedecken nacheiszeitliche Flugsande weite Landstriche. Die Wasserscheide steigt von 233 m ü. NN an der Mündung der Regnitz in den Main auf über 500 m im Keuper und über 600 m ü. NN im Jura an.

Einwohner, Siedlungsschwerpunkte
Rund 1,8 Millionen Menschen leben im Teilgebiet Regnitz.
Die Städteachse Schwabach, Nürnberg, Fürth und Erlangen bildet das ökonomische Zentrum. Es bietet 75 Prozent aller Arbeitsplätze in Mittelfranken. Diese Industrieregion gehört heute zu den zehn großen wirtschaftlichen Ballungsräumen der Bundesrepublik. Schwerpunktbranchen sind Elektrotechnik, Maschinenbau und Medizintechnik. Das an Kultur reiche Nürnberg sowie die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Bamberg ziehen jährlich viele Touristen an. Weitere Siedlungsschwerpunkte sind Ansbach, Weißenburg, Roth, Bad Windsheim, Neustadt a.d. Aisch und Forchheim.

Niederschläge
Das Teilgebiet Regnitz gehört zu den niederschlagsärmeren Regionen in Bayern. Während die westlichen Höhenzüge, Frankenhöhe und Steigerwald, die Niederschläge vom Mittelfränkischen Becken abschirmen (Jahresmittel 650 mm) steigen sie an der Jurastufe auf über 900 mm an. Die meisten Niederschläge fallen im Sommerhalbjahr. Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 8,0 und 8,5°C. In den Hochlagen der Frankenalb sinkt sie auf unter 7,5°C ab.

Hochwassercharakteristik, Abflussbildung
Wie im gesamten nordbayerischen Raum herrschen im Regnitzgebiet die Winterhochwasser vor. Extreme Abflüsse entstehen bei einsetzendem Tauwetter mit Schneeschmelze und gleichzeitigen starken Regenfällen. Bezeichnend hierfür ist das Pegnitz-Hochwasser vom Februar 1909, das mit einem Spitzenabfluss von 370 Kubikmeter pro Sekunde einem zwei- bis dreihundertjährlichen Ereignis entsprach und damals große Teile der Nürnberger Altstadt überflutete.

Starkniederschläge im Sommer sind wegen ihrer örtlichen Begrenzung meist ohne wesentliche Auswirkungen auf das Gesamteinzugsgebiet. In den Oberläufen im Fränkischen Jura und im Steigerwald können sie jedoch zu rasch anlaufenden heftigen Hochwassern führen.


Das deutlich größere und flachere Einzugsgebiet der Regnitz, insbesondere die flachen und breiten Unterläufe der linksseitigen Regnitzzuflüsse wirken sich dämpfend auf die Hochwasserwellen aus. Ausgeprägte Hochufer stellen eine natürliche Abgrenzung für die Bebauung dar.

Siedlungsschwerpunkte wie Roth, Schwabach, Fürth oder Erlangen liegen auf Hochterrassen. Die früher hochwassergefährdete Altstadt von Nürnberg wurde in der Nachkriegszeit durch den Pegnitzausbau auf einen Bemessungsabfluss von 430 Kubikmeter pro Sekunde geschützt.

Bezeichnend für die Gesamtsituation ist auch, dass es im Regnitzgebiet keine Hochwasserschutzdeiche gibt oder diese notwendig wären. Das Gefährdungspotenzial bezieht sich daher hauptsächlich auf die Bäche des Jura- und des Gipskeupergebietes, die schnell anlaufen und zu lokalen Hochwassergefahren führen können.

Projekt IRMA (Internationale Rhein-Maas-Aktivitäten)
(Gefördert von der Europäischen Gemeinschaft, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)
Zwischen Bad Windsheim und Neustadt an der Aisch sowie an der Fränkischen Rezat unterhalb von Ansbach wurde die Aisch im Detail untersucht. Unter Abwägung verschiedener Varianten wurden konkrete Maßnahmen zum natürlichen Rückhalt sowie zum technischen Hochwasserschutz entwickelt. Die Untersuchungsergebnisse und Schutzkonzepte liegen als Textbände vor.

So wurden z.B. konkrete Vorschläge zum natürlichen Wasserrückhalt durch Hochstauden- und Röhrichtfluren entwickelt sowie deren ökologische Vernetzung aufgezeigt. Die Hochwassersicherheit aller angrenzenden Orte wurde untersucht. Erforderliche Schutzmaßnahmen wurden dargestellt und für Seitengewässer kleinere Hochwasserrückhaltebecken vorgeschlagen. Diese haben für die unmittelbaren Unterlieger positive Auswirkungen.

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