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Was tun bei Hochwasser?
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Historische Hochwasser am Main

Hochwasser 1784 in Würzburg
Leben mit dem Fluss - Schicksal oder Chance?
Hochwasser ist ein Prozess der Biosphäre wie Ebbe und Flut oder auch Trockenzeit und Regenzeit. Hochwasser sind Naturphänomene eines sich selbst regulierenden Systems, das durch komplexe Vernetzungen und deren Auswirkungen eine ständige Fortentwicklung des Lebens in seiner Vielfalt fördert. Hochwasser haben für dieses System in ursprünglichen Landschaften eine entscheidende Bedeutung. Überschwemmungen erreichen und verändern  weite Flächen, fördern ihre Fruchtbarkeit und schaffen Lebensräume für unzählige Arten, die hier ihre Überlebensnische finden.

Flüsse sind rund um den Globus wichtige Lebensadern der Landschaft und Geschichtsschreiber der menschlichen Kultur. Lange war das Leben mit dem Fluss und am Fluss eine gute Symbiose zwischen den natürlichen Bedürfnissen des Flusses und den Bedürfnissen des Menschen. Flüsse boten fast alles, was man brauchte: Trinkwasser und Nahrung, Arbeit und Geld. Doch je mehr man dem Fluss an seine Ufer rückte, desto weniger war sein Überschwemmungsdrang willkommen.

Der Main ist hierfür ein gutes Beispiel. Seine Bedeutung für Handelsaktivitäten ließ die Herrschenden aller am Fluss gelegenen Territorien nach einem Hafen, nach einem Standort am Fluss gieren. Die Orientierung nach dem Fluss und nach der Macht ließ die Siedlungen bis zum Uferrand wachsen und damit den natürlichen Ausuferungsdrang des Flusses erheblich einschränken. Vermeintlich einschränken! Denn ein Fluss kann keine Rücksicht auf Nutzungsformen in seinem angestammten Auslaufrevier nehmen. Er muss überschwemmen.

Katastrophen wie das Hochwasser am Magdalenentag 1342 oder das verheerende Hochwasser am Main von 1784 waren Ereignisse, die viele Menschenleben kosteten und riesige Schäden anrichteten. Die historischen Aufzeichnungen dokumentieren, dass fast jede Generation schmerzhafte Erfahrungen mit Überschwemmungen machte. Dies reicht bis in die Gegenwart. Die jüngsten Hochwasserereignisse 1999, 2002 und 2005 haben sich in das Gedächtnis eingeprägt.  

Die Lebensspanne des Menschen ist jedoch kurz im Verhältnis zu Ereignissen, die zwar dramatisch sind und mit viel persönlicher Betroffenheit einhergehen, aber so selten, dass sie nur jede zweite oder dritte Generation treffen. In der Vergangenheit hat der Mensch daher immer wieder versucht am scheinbar ungefährlichen Flussufer zu siedeln. Mittlerweile ist unsere Wahrnehmung durch Geschichtsschreibung und statistische Daten geschärft.

Und so erleben und verstehen wir gerade, dass mit zunehmender Erwärmung mehr Hochwasser einhergehen, darunter einige besonders große Hochwasser in den letzten Jahren. Aus der Geschichte zu lernen und sie für unsere heutigen Herausforderungen nutzbar zu machen, ist die Aufgabenstellung und Herausforderung für die Wasserwirtschaft und alle, die am und mit dem Fluss leben.



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