Teilgebiet Unterer Main

Das Teilgebiet Unterer Main erstreckt sich von der Mündung der Regnitz in den Main (bei Bischberg, östlich von Bamberg) bis zur Landesgrenze Bayern - Hessen bei Mainkilometer 66,7.
Die Größe des Teilgebietes beträgt 8.378 Quadratkilometer.
Landschaft, Flächennutzung
Mit den Höhenzügen Spessart, Odenwald und Rhön ist das Teilgebiet Unterer Main eines der waldreichsten Gebiete Bayerns. Der Waldanteil beträgt rund 40 Prozent. Daneben prägen landwirtschaftliche Flächen (ca. 45 Prozent der Gesamtfläche) mit einem großen Anteil an Ackerflächen das Landschaftsbild. Mit einer Gewässernetzdichte von ca. 0,6 – 1,5 Kilometern Gewässerstrecke pro Quadratkilometer bzw. nur rund 1 Prozent der Gesamtfläche ist der Anteil an Wasserflächen sehr gering.
Geologie
Im kristallinen Vorspessart treten Gneise und Glimmerschiefer zu Tage. In Spessart und Rhön ist großflächig Buntsandstein vorzufinden. Muschelkalk ist im Bereich der mainfränkischen Platten und in weitem Bogen von der Tauber bis zum Grabfeld verbreitet. Der Osten des Teilgebietes ist mit Keuper überdeckt.
Einwohner, Siedlungsschwerpunkte
Im Teilgebiet Unterer Main leben rund 1.300.000 Einwohner, das sind ca. 10.8 Prozent der bayerischen Bevölkerung. Siedlungsschwerpunkte sind Aschaffenburg (69.000 Einwohner), Würzburg (134.000 Einwohner) und Schweinfurt (54.000 Einwohner).
Niederschläge
Das Teilgebiet Unterer Main gehört zwar zu den niederschlagsärmsten Regionen in Bayern. Im Jahresdurchschnitt fallen rund 770 Millimeter Niederschlag (770 Liter pro Quadratmeter), in besonders trockenen Gebieten sind es nur 450 Millimeter. Jedoch können in Teilbereichen wie Odenwald, Spessart und Rhön Jahresniederschläge bis über 1.000 Milimeter auftreten.
Hochwassercharakteristik Unterer Main
Der Aufbau der Hochwasserwellen am Main wird vor allem durch die Beiträge des Obermain und des Regnitzgebietes bestimmt. Der Abflusscharakter der beiden Gebiete ist jedoch entsprechend der unterschiedlichen Struktur sehr verschieden. Während die Hochwasser aus dem Obermaingebiet unmittelbar dem ursächlichen Wettergeschehen folgen, bewirken die breiten Talräume im Regnitzgebiet eine Dämpfung und Verzögerung der Hochwasserwellen.
Unterhalb des Regnitzzuflusses bis zur Mündung der Fränkischen Saale tragen nur wenige kleinere Flüsse zum Abfluss bei. Im mittleren Mainabschnitt bewirken vorhandene Retentionsflächen meist eine Abflachung der Hochwasserscheitel, die durch Regnitz und Oberen Main aufgebaut wurden. So können z.B. die Abflüsse bestimmter Wiederkehrzeiten von Würzburg und Schweinfurt als praktisch identisch angenommen werden. Erst mit der Einmündung der Fränkischen Saale erhöhen sich die Hochwasserabflüsse wieder spürbar.
Am Hochwasser im Januar 2003 lässt sich gut der Einfluss der Fränkischen Saale auf die Hochwasserwelle ab Wertheim erkennen. Während der Pegel Würzburg noch eine eingipflige Wellenform aufzeichnete, macht sich am Pegel Kleinheubach der Einfluss der vorauslaufenden Fränkischen Saale und Tauber, die unterstrom des Pegels Würzburg in den Main münden, deutlich bemerkbar. Bei extremen Ereignissen im Einzugsgebiet der Fränkischen Saale, wie sie 2003 auftraten, kann dies sogar zu ähnlichen Scheitelwerten führen.
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